Auf den Hund gekommen

Unsere kleine Familie ist im wahrsten Sinne des Wortes "auf den Hund gekommen". Wie das von Statten ging? Das möchte ich hier kurz erzählen. Unsere kleine Tochter (so klein ist sie eigentlich gar nicht mehr :-) ), hat sich vor einiger Zeit ziemlich verändert. Überhaupt nicht schlimm. Sie war 13 Jahre alt und wahrscheinlich ist es für Kinder in dem Alter einfach eine völlig normal Entwicklungsstufe, dass sie in dieser Zeit ein wenig ihre Grenzen testen, gucken, wer der Herr im Haus ist und so weiter. Unsere Kleine fing an, ihre Kleidungsstil zu verändern. Plötzlich war, was Papa oder Mama gekauft haben, nicht mehr "in" genug. Es mussten auf einmal bestimmte Marken sein. Quiksilver oder Bench standen zum Beispiel ganz hoch im Kurs. Der Bikini wurde nicht mehr bei C&A in der Kinderabteilung gekauft. Viel zu peinlich vor den Freundinnen wäre das. So und ähnlich sprach unsere Tochter. Natürlich ist das alles kein Grund zur Besorgnis. Trotzdem fingen wir an, uns als Eltern Gedanken zu machen. Wir wollten sie nicht davon abbringen, sich selbst auszuprobieren. Das war nicht unsere Absicht! Sie soll ruhig diverse Trends mitmachen, sie soll jung sein dürfen und ihre eigenen Erfahrungen machen.

Aber wir wollten auch, dass sie dabei nicht den Blick für das Wesentliche verlieren würde. Wir wollten sie heranführen an ein Leben, das man verantwortungsbewusst führen sollte, in dem man im Stande sein sollte für sich selbst zu entscheiden, was einem gut tut und was nicht, welche Kleider man anzieht, oder welche Schulen man besucht. Aber es ist schwer bei seinen Kind immer alles richtig zu machen. Wir fingen an, unser Familienleben durch gemeinsame Aktivitäten wieder mehr in den Vordergrund zu stellen. Bei einer dieser Unternehmungen führte uns unser Weg zufällig an einem Tierheim vorbei. Wir blieben stehen. Unser Kind war hin und weg von den Hunden und verliebte sich augenblicklich in einen süßen Labrador. Da im Tierheim oft freiwillige Helfer gesucht werden, die sich bereit erklären, einen Hund auszuführen, übernahmen wir diese Aufgabe an diesem Tag. Unsere Kleine nutzte fortan jede freie Minute, um ins Tierheim zu fahren und ihren neuen Freund zu besuchen. Und das ohne unser Drängen. Natürlich setzte sie sich ziemlich schnell in den Kopf, diesen Hund haben zu wollen. Das kam für uns anfangs jedoch nicht in Frage, kannten wir doch die Sprunghaftigkeit der Jugend nur zu gut. Ihre Begeisterung hielt jedoch mehr als anderthalb Jahre an und nach so langer Zeit beschlossen wir, einen Versuch zu starten. Dana (der Labrador) war uns mittlerweile auch ans Herz gewachsen. Es war eine gut überlegte Entscheidung innerhalb der Familie.

Wir haben diese Entscheidung bis heute nie bereut. Es war vor fünf Jahren, als Dana zu uns kam. Mittlerweile ist sie ein fester Bestandteil unserer Familie und überhaupt nicht mehr wegzudenken. Sie erfreut uns jeden Tag auf's Neue. Unsere Tochter kümmert sich rührend und ich glaube, beide (sowohl unsere Tochter, als auch Dana) lernen viel voneinander.